Strom wechseln
In den letzten Jahren mussten alle Kunden der Stromanbieter stetig tiefer in die Tasche greifen. Das ist vor allem auf die hohen Subventionen für den sogenannten Ökostrom zurückzuführen, also für Strom aus erneuerbaren Energiearten wie der Solarenergie u.ä. Da die Subventionen allerdings auf den allgemeinen Strompreis aufgeschlagen wurden, trafen die steigenden Strompreise sämtliche Verbraucher.
Seit der Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland im Jahr 1998 kann der Konsument dem allerdings entgegenwirken, indem er einen Wechsel des Stromanbieters erwägt. Denn der Verbraucher kann dadurch frei wählen, von welchem Stromanbieter er seinen Strom beziehen möchte. Durch den größeren Konkurrenzkampf unter den Anbietern lohnt sich ein Preisvergleich, denn die verschiedenen Anbieter und deren Tarife unterscheiden sich oftmals deutlich voneinander. Das kann mitunter mehrere hundert Euro Einsparung im Jahr bringen.
Vielfach wechseln die Konsumenten nicht den Anbieter, sondern nur ihren Stromtarif. Über 60 % der Haushalte in Deutschland haben von dieser Alternative seit der Öffnung des Strommarktes bereits Gebrauch gemacht.
Jeder Anbieter offeriert normalerweise verschiedene Tarife. Welcher Tarif sich für den jeweiligen Haushalt am Besten eignet, hängt dabei vom individuellen Verbrauch ab. Schon durch einen Tarifwechsel lässt sich bares Geld einsparen, doch oftmals ist das Sparpotential beim Wechsel des Anbieters noch größer. Doch vor einem Stromvergleich schrecken offenbar die meisten Deutschen noch zurück. 10 % aller Haushalte haben von dieser Möglichkeit bisher erst Gebrauch gemacht. Doch die Zahl steigt mit den Preisanhebungen im Strombereich. Da langfristig keine wirkliche Entspannung auf dem Strommarkt zu erwarten ist, sollte man sich das Sparpotential eines Anbieterwechsels nicht entgehen lassen.
Oftmals werden die Verbraucher abgeschreckt, weil die Meinung vorherrscht, dass ein Anbieterwechsel kompliziert und nicht ohne Risiko ist. Viele Konsumenten fürchten sich davor, nach einem Wechsel ihres Stromanbieters einem Versorgungsengpass ausgesetzt zu werden. Doch die Angst vor einem gänzlichen Ausfall des Stromes ist unnötig, da der Grundversorger vor Ort in jedem Fall einer Versorgungspflicht unterliegt. Das bedeutet: Wenn der Anbieter, aus welchem Grund auch immer, nicht in der Lage ist, seine Kunden mit Strom zu beliefern, ist der lokale Stromversorger verpflichtet, diese Versorgung zu übernehmen.
Wenn man einen neuen Anbieter gefunden hat, braucht man nur noch das Vertragsformular des Stromanbieters auszufüllen. Oftmals ist dies ganz einfach online möglich. Von diesem Zeitpunkt ab dauert es ca. 4 bis 6 Wochen, bis der Strom des neuen Anbieters zum Kunden gelangt. Der neue Stromanbieter kümmert sich im Regelfall auch um die Kündigung des bestehenden Vertrages beim alten Stromlieferanten, was für den Kunden den Wechsel zusätzlich vereinfacht.
Die oftmals vorhandene Angst vor Arbeiten an der Stromversorgung des Hauses ist ebenfalls unbegründet, da der Stromzähler bei einem Wechsel des Stromanbieters nicht ausgetauscht werden muss. Der aktuelle Verbrauch muss einfach beim Wechselantrag mit angegeben werden.